Das Ziel dieser Studie war es, die Langzeitergebnisse der arthroskopischen Behandlung einer seltenen Erkrankung, nämlich eines massiven Risses der Rotatorenmanschette (MRCT) mit gleichzeitiger posteriorer Luxation des langen Bizepssehnenkopfs (PLHBTD), vorzustellen.
MethodenDie Ergebnisse von 4 männlichen Patienten mit einem Durchschnittsalter von 56,5 Jahren zum Zeitpunkt der Operation, die zwischen 2011 und 2022 aufgrund einer pseudoparalytischen Schulter mit MRCT und PLHBTD operiert wurden, wurden retrospektiv analysiert. Bei allen Patienten erfolgte eine arthroskopische Tenotomie des langen Bizepssehnenkopfs (LHBT) und einer partiellen (bei 2 Patienten) oder vollständigen (bei 2 Patienten) Rotatorenmanschettenrekonstruktion. Die prä- und postoperativen klinischen Ergebnisse wurden retrospektiv ausgewertet: Bewegungsumfang (ROM), Schmerzen auf der visuellen Analogskala (VAS) und Funktion im Subjective Shoulder Value (SSV) und Simple Shoulder Test (SST).
ErgebnisseDie durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 8 Jahre (32–162 Monate). Die Ergebnisse der Patienten vor der Operation waren schlecht: durchschnittlicher VAS-Wert 6 (2–9), SSV 20 % (10–30 %), SST 8,3 % (0–16,7 %) und Schulterbewegungsumfang: Vorwärtsbeugung 45° (10–90°), Abduktion 35° (10–60°), Außenrotation (−30° bis 10°). Bei der abschließenden Nachuntersuchung waren die subjektiven Ergebnisse der Patienten trotz des schlechten Bewegungsumfangs gut: VAS-Wert 0 bei allen Patienten, mittlerer SSV 72,5 % (60–85 %), mittlerer SST 77 % (66,7–83,3 %). Der mittlere Bewegungsumfang betrug jeweils: 125° (80–160°), 120° (80–150°) und 20° (0–30°), sodass die mittlere Verbesserung jeweils 80°, 85° und 20° betrug.
SchlussfolgerungEine posteriore LHBT-Luxation in Verbindung mit einer MRCT ist eine problematische Verletzung. Die arthroskopische Behandlung führte zu einer signifikanten Verbesserung der Schmerzen und der funktionellen Ergebnisse; allerdings zeigten die Patienten nur eine begrenzte Verbesserung des Schulter-ROM.
EvidenzgradIV
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