Von 12. bis 15. Mai fand der 130. Deutsche Ärztetag – das „Parlament der Ärzteschaft“ – in Hannover statt. PD Dr. Kirsten Jung, Erfurt, war als Delegierte vor Ort und berichtet hier von ihren persönlichen Eindrücken.
Es war für mich ein mutiger Ärztetag mit mutigen Ärztinnen und Ärzten: In der tiefen allumfassenden Welt-Krisenzeit unterstützte der Deutsche Ärztetag die notwendige Entwicklung einer resilienten Krisenfestigkeit des deutschen Gesundheitswesens. Während der „Aussprache“ zur Rede des Präsidenten und dem Leitantrag des Vorstandes („Zuverlässig und zukunftsfest-stabile Gesundheitsversorgung in Zeiten des Wandels“) war ein tastender Austausch hin zu Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit möglich. Denn: „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“ (Willy Brandt).
Der Hautarzt Wieland Dietrich initiierte zwei wichtige Änderungsanträge der Fachärzte zum Leitantrag hinsichtlich des Verbleibs des Terminmanagements in der Hoheit ärztlicher Selbstverwaltung sowie zur Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufe in der Patientenversorgung in einem Primärversorgungssystem bei klar geregelten Verantwortlichkeiten. Beide Anträge wurden angenommen.
The alternative text for this image may have been generated using AI.© artfocus / Stock.adobe.com
Der 130. Deutsche Ärztetag fand vom 12. bis 15. Mai 2026 in Hannover statt.
Nach einer emotionalisierten Debatte zum Thema Machtmissbrauch und Gewalt im Gesundheitswesen wurden entsprechende Beschlüsse zur Prävention gefasst.
Besonders beeindruckt haben mich die entschlossenen Beiträge von Dr. Rudolf Henke, erfahrener Arzt, langjähriger Berufspolitiker (Marburger Bund) und ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages, zu den Anträgen Ic-17 „Verringerung sozialer Spaltung ist Krankheitsprävention“ und Ic-19 „Politische Interessenkonflikte bei der Krankheitsprävention auflösen“ – im Sinne des Konzeptes „Health in All Policies“ (HiAP): Gesundheit als gesamtgesellschaftliches Konzept. Er forderte die Streichung der WHO als Normgeberin für HiAP in beiden Anträgen. Dies wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen. Das war und ist Hoffnung für die Zukunft.
Comments (0)